Posaunenchor
Friesenheim

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Pfingsten - ökumenischer Gottesdienst im Freien

  Autor: Stefan Pöhler     07.06.2020

Mit rotem Ausrufezeichen hatte Martin in die Whatsapp-Gruppe geschrieben: „2 Meter“ Abstand zwischen den Bläsern! Aber immerhin ein Gottesdienst. Am Pfingstmontag, ökumenisch. Zwischen unseren Kirchen und dem Rathaus. Und im Freien. Wie befreiend!

Die erste Möglichkeit als Posaunenchor wieder einen Gottesdienst zu bestreiten. Gemeinsam, uns sehen können. Unsere Instrumente hören können und uns hören zu lassen.

Unser virtuelles Probelokal endete seit vielen Wochen an den jeweiligen Endgeräten. Da war Sorge, Mutlosigkeit. Da war auch Widerstand: spielen wollen. Ostern nicht einfach so am Mundstück vorbeiziehen lassen. Sorgfältig wurden die Abstandsregeln verbreitet und ausgelegt und unsere Lage verantwortungsvoll erwägt. Da gab es Bilder, Musik und die Filmarbeit der „Challenge“. Den Mut haben viele nicht sinken lassen und mancher Choral klang abends einstimmig oder familiär vielstimmig um die Häuser und, wer weiß, vielleicht am Ostermorgen, einsam aber hoffnungsfroh über die Gräber.

Andere haben das Ringen für einen neuen Ansatz für ihre und unsere Musik nie aufgegeben und einfach weitergespielt und geübt. Ich eher weniger. Ich bin ein Posaunist, der am liebsten in der Probe mit allen zusammen und vor allem im Gottesdienst spielt. Der Pfingstmontag war für mich deshalb ein recht „ansatzloser“ Übergang in die Basspartie des Vorspiels. Und gemeinsam ins Choralbuch schauen, ich hatte keines zuhause, das war vor dem Gottesdienst mein letzter Wunsch in die Gruppe. Natürlich nicht drin! Gemeinsam Klammern richten, Seiten festhalten und Noten aufschlagen und umblättern: So lange ersehnt doch: Nein!

Dafür gab es ein solitäres, aber einzigartiges Hörerlebnis. 3 Meter Abstand zwischen uns Bläsern. Und 10 Meter bis zum Altar. Der Raum, der sich zwischen Rathaus und Kirche öffnet, stärkte unserem Zusammenklang, der Balance untereinander erstaunlich gut den Rücken. Und der Wind des Pfingstmontags konnte ungehindert in den Notenständer fahren ohne dass ein Nebenstehender gefährdet gewesen wäre. Der Geist wehe wo er will. Was übrigens dazu führte, dass Worte der Predigt und der Liturgie manchmal nur in Fetzen an unser Ohr drangen: Es erschien mir allemal vollständiger, gültiger und bedeutsamer als jedes Motorengeräusch der Straße hinter dem Rathaus.

Zwischen Gemeinde, Altar und Musik war ein geschützter Rahmen spürbar. Der verband, so dass ich auch in der weitläufigen Sitzordnung keine Vereinzelung wahrnehmen konnte. Viele Plätze waren durch Angehörige eines Haushalts besetzt. Und sehr deutlich spürbar war für mich, dass man auch im Sprechen, selbst wenn es ein anderer laut für einen spricht und im Singen, selbst wenn nur der Posaunenchor stellvertretend für alle laut und kräftig spielt trotzdem zusammengehört, in einen gemeinsamen ökumenischen „Haushalt“. In Wort und Musik.

Es hat mich berührt als die zweite Strophe unserer Choräle und Lieder vom Pfarrer als Text gesprochen wurde während unsere Instrumente schwiegen. Da, wo bei Liedern der Reformationszeit Text und Musik oft gemeinsam entstanden, umweht die Musik die gedichteten Worte, da „spricht“ der Choral die Worte mit aus. Dieser „Wind“ der zwischen Texten und Tönen unserer Musik weht war eine Erfahrung, die gerade in einen Pfingstgottesdienst passt.

Schön, dass wir da mitwirken konnten. Wir wollen es bald wieder tun!

Workshop "Tiefe Stimmen" in Dinglingen

  Autor: Stefan Pöhler     01.02.2020

Ein herzliches Lachen gehört für Sebastian Harras zum guten Ton. Vor allem dann wenn er beim Workshop für tiefes Blech im Dinglinger Gemeindehaus der Martinskirche die Anforderungen mit einem Augenzwinkern kurz nach oben schraubt.

Der gute Ton,“der Klang, genau wie DU klingen willst“ stand im Zentrum quasi aller Hinweise und Tipps die der Bassposaunist und Landesreferent für Posaunenarbeit in Württemberg humorvoll vor 22 Bläserinnen und Bläsern des Bezirks ausbreitete. Warmup, wie übe ich richtig und Ensemblespiel waren die Eckpunkte, die von mitgebrachtem Kuchen Getränken und Pizza in den Pausen strukturiert waren. Mitnehmen konnte sicher jeder etwas. Nicht nur ganz handfeste Tipps und Notenmaterial. Denn bei aller Kunstfertigkeit, die der Referent auf der Posaune ausstrahlte schwangen doch immer die guten Grundlagen jeder Klangvorstellung mit. Wie mans macht ob Anfänger oder Profi, wie man atmet, artikuliert, die Luft dabei frei und ohne Stocken fließen lässt.

Im Ensemblespiel liess Sebastian Harras dann der Spielfreude vor akribischer Probenarbeit den Vorrang. Spass quasi im Rausch der Blech-Tiefe. Nicht nur als der Egerländer-Walzer „Rauschende Birken“ erklang. „Klang“, so Harras lachend „teilweise nach anderen Baumarten. Ulmen.“ Deswegen ulmig. Oder mulmig? Egal, wer sich top eingeblasen hat darf am Ende eines Workshops trotzdem etwas abgeblasen sein.

Die Motivation die Erkenntnisse mit Freude anzuwenden war am Ende allgegenwärtig. Und die Überlegung von Bezirkskantor Traugott Fünfgeld das Workshop-Format das nächste mal für Trompeten anzubieten war Teil des Dankes aller an Sebastian Harras.